Serpil Güngördü / Weltbulletin.de

Schwedische frauen islam ubertretenVon den 5000 Schweden bilden die Mehrheit die Frauen, die in den letzten Jahren zum Islam übergetreten sind, “Der Islam ist die einzige Religion, die mit der Moderne übereinstimmt”, sagen schwedische Frauen.
Die Zahl der Menschen in Schweden, die in den Islam übertreten, nimmt von Tag zu Tag zu. Von den 5000 Schweden, die in den letzten Jahren zum Islam übergetreten sind, wurde festgestellt, dass die Mehrheit die Frauen  bilden.

Helena Benauoda ist die Vorsitzende des schwedischen Islamrates, die eine wichtige Persönlichkeit   unter  vielen schwedischen Frauen ist, die den Islam bewahren.

Heute erzählt sie  in der Grossen Moschee in Stockholm (Södermalm) 19-Jährigen Jugendlichen, wie sie zum Islam gekommen ist.

Als Benauoda zum Islam übertrat, erzählt sie von Schwierigkeiten, denen sie begegnete: “Ich habe in schwedisch den Koran gelesen, der aber nur die persönliche Interpretation des Interpreten beinhaltete. Doch heutzutage finden Sie auch andere Interpretation in schwedischer Sprache. Auch wenn es Ihnen wirklich nützen kann, brauchen Sie aber nicht unbedingt arabisch zu lernen, um den Koran zu verstehen.


helena benauoda
Helena Benauoda ist die Vorsitzende Islamrätin von Schweden  


Frau Benauoda erzählt rückblickend von Vorfällen in ihren jungen Jahren, als sie dem Islam begegnete. Sie sagt, dass sie bereits im Alter von 9 Jahren das Gebet praktizierte, ohne zu wissen, wie man es vollziehen musste. Sie suchte nach Erklärungen auf ihre Fragen, die sie nur im Islam gefunden habe.


Benauoda sagt, dass es eigentlich mehr als 5000 schwedische Muslime gibt, die nicht in den Statistiken aufgelistet sind und fügt hinzu, dass von 9 Millionen Schweden 400.000 Menschen Muslime sind und andere den Islam individuell interpretieren.


Frau Benauoda äussert, dass viele Menschen, die sich in Schweden einsiedeln, islamischer Herkunft sind, die gerade Schweden aussuchen, da es eine Vielzahl an schwedischen Muslimen hier gibt.


“Viele Menschen hier sind sich bewusst, dass es in diesem Lande eine sprituelle Atmosphäre herrscht. Menschen, die gegen die Religion sind, finden sich meistens in einer Religionsforschung. Die Migranten wurden nicht ein Anlass  in ihren Augen und Gedanken ein Fenster nur zum Islam zu öffnen, sondern auch zu anderen Religionen”, sagt frau Benauoda.


“Doch Menschen haben meist Angst vor der Religion, weil sie eigentlich Angst vor dem Tod haben und die Religion ja den Menschen auffordert, für das Jenseits Vorbereitungen zu machen. Die Erklärung, warum es Glaubensängste nicht nur in Schweden, sondern in ganz Europa gibt, erklärt Frau Benauoda mit der Umwandlung, Unterdrückung und der nicht richtigen Handhabung der Gefühle des Verstandes und des Herzens

Die ersten schwedisch-islamischen Reisende und Diplomaten

Die Geschichte des Islam in Schweden findet ihre Ursprünge in der Welle der Migration in dem 19. Jahrhundert, als die ersten muslimischen Reisende und Diplomaten nach Schweden kamen.

Heute sind es aber ganz andere Elemente, die Menschen beeinflussen, zum Islam überzutreten. Madeline Sultan Sjopvist hat an der Universität Uppsala eine Doktorarbeit über Frauen geschrieben, die zum Islam übergetreten sind und stellte fest, dass viele dieser Frauen offen sind zu Themen wie Religion, Gesellschaft, Familie und Geschlechterteilung.

Von der Geschichte mit Alaaddin zum Islam 

Die Schwedin Iman Granath, die später zum Islam übergetreten ist, meint der Islam müsse aus einer anderen, unzwar nicht nur aus der arabischen Perspektive betrachtet werden.

Die Geschichte von Frau Granath fängt mit der Lampe von Alaaddin an: “Ich habe mich schon immer für andere Kulturen, Reisen und Sprachen interessiert. Als Kind liebte ich es mich wie eine arabische Prinzessin zu verkleiden – was ich immer noch liebe. Der eigentliche Weg zum Islam begann mit meinen arabischen Schulfreunden, die christlich waren und das Christentum lobten. In den 80er Jahren wurde (islamische) Religiösität bei Menschen nicht gerne gesehen, doch meine Freunde trugen mutig Halsketten mit einem Kreuz, was ohne Pein ihre Religion symbolisierte. Der wichtigste Einfluss in meinem Leben war, dass meine Eltern mich auf Ehrlichkeit, Interesse und Gerechtigkeit erzogen haben. Als ich das erstemal anfing Sachen über den Islam zu lesen, stellte ich fest, dass die islamischen Werte genau mit den Werten meiner Eltern übereinstimmten.      


Granath hat später an der Universitat zu Stockholm arabisch gelernt, und im Alter von 20 Jahren ist sie zum Islam übergetreten. Paar Jahre später heiratete sie einen muslimischen Palästinenser aus dem Gaza. Ihre Erfahrungen haben sie in eine Web-Seite dokumentiert, in der sie positive wie auch negative Ereignisse, die sie zwischen Stockholm und Gaza  erlebt haben, den Lesern schildern. Die Web-Seite wurde im Themenbereich Nahosten einer der meist besuchte. “Jemanden aus einer anderen Kultur zu heiraten heisst Unterschiedlichkeit und kostet einen natürlich sehr viel Mühe. Doch wir schneiden uns an gemeinsamen Werten”, sagt Frau Granath.


Schwierigkeiten, denen neue Muslime begegnen


Wie in anderen Städten Europas ist das Hauptmerkmal, auf das der Blick anderer gerichtet ist, die islamische Kleidung einer Frau, speziell wenn diese später zum Islam übergetreten ist. Nach einer Untersuchung an der Universität in Uppsala möchten 50% aller Schweden, dass man das Kopftuch in der Schule und an der Arbeit verbietet. Dennoch tragen Frau Benauoda und Frau Granath das Kopftuch ohne sich diskriminiert zu fühlen.  


Das bedeutet aber nicht, dass Menschen sie nicht kritisieren würden. “Manchmal empfinde ich, dass Menschen mich nicht chique finden wegen meiner Kleidung”, sagt Frau Benauoda.


“Kleidung ist für manchen, sich Lebensweisen anzupassen, doch für mich steht die Kleidung für ein sprituelles Leben, mir und meinem Umfeld bewusst zu werden. Nach dem ich übergereten bin, habe ich in mehreren  muslimischen Bereichen gearbeitet. Beispielsweise habe ich in dem pakistanischen Konsulat gearbeitet und mit Schweden, die kamen, absolut keine Kommunikationsprobleme gehabt.

Doch mit meiner Familie und meinen Freunden war das nicht so. Meine Eltern sagen offen ihre Meinung. Sie geben zu, dass ich in ihren Augen etwas seltsam geworden bin, behandeln mich aber immer noch wie ihre Tochter. Ich führe das aber auch auf meine Offenheit zu den Dingen. Eine Zeit habe ich Männern nicht die Hand gereicht. Doch Familienangehörige habe ich umarmt, weil das bei uns so üblich ist.

Ich feiere aber kein schwedisches Fest und Sylvester mehr. Das haben sie natürlich bedauert.

Benaouda sagt, dass in den schwedischen Medien der Islam sofort gleichgesetzt wird mit Krieg und Kampf und wünscht mehr Toleranz und Respekt zu begegnen.

Granath sagt “Wir müssen diese Religion immer gut analysieren und ihren Wert schätzen”, und fährt fort “Der Islam wurde als Religion zwar zu einer Epoche und in eine bestimmte Region herabgesandt, doch erfüllt zu jeder Zeit und in jeder Region unsere Bedürfnisse.”

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