Sheik muszaphar shukor malaysischer astronautErstmals fliegt ein Moslem während des Fastenmonats Ramadan zur Raumstation ISS ins Weltall. Malaysia hat aus diesem Grund eine 18-seitige Anleitung herausgegeben, nach der sich der Arzt Sheik Muszaphar Shukor im Weltraum richten soll.

Von Bernd Musch-Burowska, ARD-Studio Südasien

Der malaysische Arzt Sheik Muszaphar Shukor ist zwar nicht der erste Muslim im Weltraum, aber der erste, der während des Fastenmonats Ramadan eine solche Reise unternimmt. Er hat deshalb vom zuständigen Ministerium seines Landes Hinweise mit auf den Weg bekommen, wie die normalerweise strengen Vorschriften für Gebete und rituelle Waschungen im Weltraum zu befolgen seien.

„Ein Niederknien auf einem Gebetsteppich ist ja wegen der Schwerelosigkeit im All nicht möglich“, sagte Wissenschaftsminister Jamaluddin Jarijs. Sheik Muszafar Shukor darf es deshalb mit den Gebeten mal nicht so genau nehmen. Immerhin gelten für Muslime auf Reisen sowieso etwas lockerere Regeln.

Er wolle die Fastenregeln des Ramadan aber auf jeden Fall einhalten, wie er vor seinem Abflug sagte. „Über das Beten und Fasten im Weltall hat Malaysia eine 18-Seiten lange Anleitung herausgegeben, an die werde ich mich halten“, so Shukor. Auch die rituellen Waschungen mit klarem Wasser sind in der Schwerelosigkeit des Alls nicht so ohne weiteres möglich. Ein feuchter Waschlappen muß deshalb ausreichen.


Raumstation issDie Orientierung nach Mekka, wohin die Gebete der Muslime ausgerichtet werden müssen, ändert sich ständig, bei einer Erdumkreisung alle 90 Minuten. Gebetet wird deshalb einfach Richtung Erde. „Ich bin dort Gott und der Schöpfung viel näher und fühle mich dadurch viel spiritueller als auf der Erde“, sagt Shukor. „Und ich hoffe nach meiner Rückkehr, diese Erfahrung mit allen Muslimen auf der Welt teilen zu können.“

Shukor wird zwar während seines Aufenthaltes auf der internationalen Weltraumstation ISS auch verschiedene Experimente durchführen, trotzdem gilt der Arzt aus Malaysia als Weltraum-Tourist. Denn seine Reise ins All ist Teil eines Rüstungsgeschäftes zwischen Russland und Malaysia. Nach neun Tagen im All soll Shukor mit der gegenwärtigen Mannschaft der ISS zur Erde zurück kehren.

http://www.tagesschau.de/ausland/muslimimall2.html